Statement

Hallo Menschen, in der letzten Zeit war es recht still von unserer Seite aus. Wir mussten uns sortieren und uns mit Vorwürfen, mit denen wir konfrontiert wurden, beschäftigen. Uns ist wichtig, dass ihr wisst, wir nehmen die Auseinandersetzung mit den diversen Thematiken ernst! Nicht zuletzt deswegen haben wir die Besucher:innenumfrage gemacht. Wir haben viel ehrliches Feedback von euch bekommen und möchten uns dafür bedanken!
Ende September hatten wir unser Konzeptionswochenende, an dem wir unter anderem über den Grundgedanken, die Entwicklung und die Zukunft des Resist to Exist, besonders mit Blick auf die Fragen „wie gehen wir mit Sexismus um?“ „wem geben wir eine Bühne?“ „wie ist unsere Haltung?“ gesprochen haben.
Wir haben mit Goldzilla und mit Betroffenen das Gespräch gesucht, um die öffentlich gemachten Vorfälle aufzuarbeiten. Aussagen, dass Menschen aufgrund ihrer Sexualität vom Zeltplatz gejagt wurden, konnten nicht belegt werden. Weder konnte uns der Vorgang beschrieben, Beteiligte gefunden oder ein Jahr genannt werden, in dem dies vorgefallen sein soll. In unserer Orga, in unserer Crew und unter unseren Besuchenden finden sich viele FLINTA* und LGBTQ+ Personen, von denen jede:r akzeptiert wird und herzlich willkommen ist. Daher haben wir uns auch die Zeit genommen, um nicht zu schnell etwas Halbgares zu veröffentlichen. Sollte es Betroffene geben, möchten wir diese bitten sich jederzeit an uns wenden. Auch der Vorwurf, dass jährlich FLINTA* Personen aus der Orga aussteigen würden, können wir nicht nachvollziehbar. Es herrscht in der Orga grundsätzlich seit 20 Jahren eine Fluktuation in der FLINTA* Personen, ähnlich wie Männer kommen und gehen. Mit den meisten Personen, die ausgestiegen sind, besteht weiterhin Kontakt und es gibt Gespräche über die interne Entwicklung der Orga. Dabei kam heraus, dass eine FLINTA* Person ausstieg, weil sie sich aufgrund interner Diskussionskultur, insbesondere durch männliche Personen, unwohl fühlte, sowie den Umgang mit dieser Situation kritisiert. Solche Inputs, ob aus dem Orga-Kreis, ob durch Mitarbeitende oder Besuchende des Festivals sind wichtig, um unsere teils jahrealte Betriebsblindheit aufzubrechen. Nur so können wir uns weiterentwickeln und sensibilisieren. Konflikte innerhalb der Orga wie auch mit den Mitarbeitenden wollen wir verhindern, sollten diese auftreten, möchten wir sie dennoch entsprechend kritisch aufarbeiten.
Zu Konflikten kommt es jedoch immer wieder auf dem Zelt- und Festivalgelände. Damit es für alle eine Anlaufstelle gibt, haben wir ein Awarenessteam, das eng mit der Security zusammenarbeitet. Nach diesem Resist haben wir einen eigenen Instaaccount (@aewareness.schutz.des.rte) erstellt, über den ihr direkt Kontakt zu unserem Awareness- und Schutzteam aufnehmen könnt. Dort findet ihr auch eine transparente Auswertung aller uns gemeldeten Fälle auf dem diesjährigen Festival.
Für uns ist ein respektvoller und freundlicher Umgang eine Selbstverständlichkeit. Jedoch scheint es, dass wir verpasst haben, dies auch klar nach innen und außen zu kommunizieren. Ein erster Ansatz wird für uns sein, eine Netiquette auf Grundlage unseres Awarenesskonzepts auszuarbeiten und für alle nachlesbar auf unsere Seite zu stellen. Damit lösen wir keine sexistischen oder diskriminierenden Verhaltensweisen auf, aber es gibt jedem Menschen auf dem Resist den Handlungsrahmen, in dem wir das Festival miteinander genießen wollen.
Auch die Kritik am Booking haben wir wahrgenommen. Wir haben uns das Ziel gesetzt, das Booking noch diverser zu gestalten. An dieser Stelle möchten wir aber auch betonen, dass wir dies in den letzten Jahren schon vermehrt beachten. Einen Mix zusammenzustellen, aus internationalen Bands, verschiedenen Musikrichtungen, unbekannten und bekannten Bands, Geschlechterdiversität und dies auch zu den unterschiedlichen Zeiten auf der Bühne darzustellen, ist uns ein Anliegen, welches unser Bookingteam versucht umzusetzen. Gleichzeitig müssen wir feststellen, dass genau dieser Mix teilweise ebenfalls in Kritik steht. Wir sehen aber eine Veränderung innerhalb der Gesellschaft und der Subkultur.
Punkrock hat sich gewandelt, auch wenn manche es nicht einsehen wollen. Wir wollen den Wandel aktiv mitgehen und mitgestalten.
Wir versuchen eine Brücke zu schlagen zwischen Subkulturen und politischen Perspektiven. Diese Brücke möchten wir jedoch nicht nur auf der Bühne schaffen, sondern ist uns für das gesamte Festival ein Anliegen. Jede:r soll sich frei und wild und wunderbar fühlen und unsere Veranstaltung genießen können. Dazu gehört es auch mal zu eskalieren und über die Strenge zu schlagen, solange damit keine Grenzen von anderen Personen überschritten werden. Das bedeutet für uns, dass zum Beispiel Nacktheit vollkommen in Ordnung ist, solange Abstand und Grenzen zu anderen Menschen gewahrt werden. Die von uns geschaffene Brücke wirkt wie ein Spagat, wir hoffen, dass ihr uns da auch unterstützt.
Wir arbeiten gerade an verschiedenen Ansätzen, wie wir einen stärkeren Wert und Fokus auf eine intensive politische Auseinandersetzung legen können. Auch hier haben wir euer Feedback gelesen und gehört. Dazu folgt mehr!
Uns ist bewusst, dass manche von euch mit diesem Statement nicht zufrieden sein werden, weil wir nicht hart genug Kante zeigen oder dies auch schon zu hart ist. Aber so divers wie unser Publikum, sind auch die Wünsche und Anliegen von euch, die wir mit einbeziehen möchten und so divers ist auch die Orga. Das Resist to Exist ist Ausdruck der verschiedenen Perspektiven, Möglichkeiten und Ideen. Lasst uns gemeinsam ein wunderbares Festival für alle auf die Beine stellen.




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