Über uns

RESIST TO EXIST?! – Was ist das überhaupt? Wer und was steckt dahinter? Was wollen wir mit dem Festival bewirken? … Wer sich diese Fragen stellt, kann durch diese Seite schlauer werden. 😉

GRUNDDATEN
Festivalname: RESIST TO EXIST FESTIVAL (Open Air Festival)
Veranstaltungsort: Kremmen (bei Berlin)
Datum: Fr 04. / Sa 05. / So 06. August 2017
Anzahl der Besucher: ca. 2.500 – aus ganz Europa
Camping: ja
Jahr des ersten Festivals: 2003
Musikstile: Punk, Hardcore, Streetcore, HC-Rap, Ska
Anzahl Bands: 40 (national und international)

 

ENTSTEHUNGSGESCHICHTE
Das RESIST TO EXIST FESTIVAL war ursprünglich eine Protestveranstaltung. In den 90er Jahren gab es in den radikal braunen Berliner Randbezirken nahezu keine vor Naziübergriffen sichere Rückzugsmöglichkeit für Alternative jeglicher Art.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich im Biesdorfer Park ein solcher Rückzugsraum. Mit täglich knapp 60 Leuten wurden wir dort irgendwann zu einem Dorn im Auge der Bezirksverwaltung. Sie versuchten uns mit allen Mitteln dort wegzubekommen: von Umzäunung, Sperrzeiten, Wachschutz, Wachhund bis hin zur Video- und Zivilüberwachung alles dabei.

Als uns dann auch noch eine Hundertschaft Cops in Vollmontur auf den Hals gehetzt wurde, war endgültig eine brisante Schwelle überschritten.

2003 entschlossen wir lautstark mit unserer neu gegründeten Jugendinitiative „RESIST TO EXIST“ (Widersetzen um zu Überleben) ein Protestkonzert im Biesdorfer Park zu veranstalten, um im öffentlichen Fokus auf unsere Situation aufmerksam zu machen und die drohende Schließung des Parks zu thematisieren.

Die Initiative ist über die Jahre gewachsen und in 2007 auf ein frei stehendes Gelände in Berlin-Marzahn umgezogen. 2009 wurde aus der Jugendinitiative heraus der Verein „alternati e.V.“ gegründet, um einen institutionellen Rahmen für die Arbeit zu Förderung von jugendlichen Subkulturen und benachteiligten Jugendlichen zu schaffen. Seit dem organisiert dieser Verein Jahr für Jahr das RESIST TO EXIST Festival.

Aus dem ersten Konzert mit ca. 200 Besuchern entwickelte sich über die Jahre ein 2.500 Besucher starkes Festival mit 2 Bühnen und 40 Bands.

Seit 2016 findet das Festival in Kremmen bei Berlin statt, weil in Berlin-Marzahn die vorhandenen Freiflächen nach und nach verkauft und privatisiert wurden. Wir bedanken uns dabei herzlich bei Herrn Brunner, dessen Gelände wir seit dem nutzen dürfen. 🙂

 

Die Anfänge im Biesdorfer Park (ab 2003):

 

UNSERE PHILOSOPHIE
Da das RESIST aus einem gemeinsamen Problem heraus entstanden ist (das die gesamte damalige Familie betraf) war der Gedanke der Gemeinsamkeit immer ein primär wichtiger.

Im Laufe der Zeit halfen nicht mehr nur alte Parkbesucher beim Festival mit, sondern zunehmend immer mehr überregionale Helferlein. Es entwickelte sich fast beiläufig eine organisatorische DIY-Struktur. Inzwischen besteht die gesamte Crew während des Festivals aus mehreren hundert Personen. Alle ehrenamtlich, alle just for fun. Denn allen ist der Gedanke ein gemeinsames Projekt zu wuppen, das zudem auch einen gehörigen Haufen Ideal und Haltung im Gepäck hat, zu einer Herzensangelegenheit geworden. Und mal ernsthaft: wer organisiert nicht gern seine eigene Party?! 😉

 

Der Umzug auf das Berlin-Marzahner Gelände am Nordring (ab 2007):

 

UND WER ORGANISIERT DAS ALLES?
Im Vorfeld sitzen wir in unserer Orga mit 20 bis 25 Leuten regelmäßig zusammen und planen das Fest. Die gesamte Crew während des Festivals besteht aus knapp 500 Helfern. Alle ehrenamtlich – niemand verdient mit dem Festival Geld.

 

Der Umzug auf das Berlin-Marzahner Gelände am Hornoer Ring (ab 2011):

 

FINANZEN
Das Festival ist nicht kommerziell. Die Kosten für Bands, Technik, Catering, etc. werden durch Förderungen, Spenden und Benefizveranstaltungen sowie Einnahmen aus Ticketverkäufen, Tresenverkäufen und Standmieten gedeckt. Verbleibende Defizite konnten in den vergangenen Jahren durch private Spenden und die Unterstützung verschiedener Vereine ausgeglichen werden.

Ehrenamtliche Arbeit heißt für uns, dass wir keine Kohle für die Arbeit bekommen, auch keine Aufwandsentschädigungen oder sonst was. Im Gegenteil, wir stecken auch privates Geld in das Festival (Telefonkosten, Benzingeld, etc.). Ticketpreise kalkulieren wir so, dass wir alle Kosten decken.

Herkömmliche Sponsoren haben wir nicht. Wir kooperieren mit einigen Labels und anderen Festivals bzgl. gemeinsamer Flyer; das war es dann aber auch. Keine Logoplatzierungen, keine Werbekostenzuschüsse, kein irgendwas! Unser heimlicher Sponsor ist die Szene mit ihrer alljährlichen Unterstützung selbst – dicke Werbelogos kommen uns nicht auf den Flyer oder auf den Acker.

 

Der Umzug auf das Kremmener Gelände am Oranienburger Weg (ab 2016):

 

KOMM VORBEI !
Alles was weltoffen denkt, Spaß am Feiern und Musik hat, gern auch politisch interessiert und kein Aggro-Idiot ist, ist bei uns mehr als willkommen. Genre ist uns egal – wie auch in unserer Orga sind wir für alles und jeden offen.

Das Rassisten, Sexisten und andere Intoleranten bei uns unerwünscht sind, dürfte sich inzwischen ebenso herumgesprochen haben.

 

WAS GIBT‘S BEI UNS AUF DIE OHREN?
Primär konzentrieren wir uns auf Punk und Hardcore. Eine Prise Ska ist aber auch immer mit dabei. Seit 2015 haben wir auch härteren und radikal kritischen HC-RAP mit am Start.

Mit dabei waren bisher beispielsweise DRITTE WAHL, TOTAL CHAOS, DISTEMPER, OXO 86, RASTA KNAST, POPPERKLOPPER, ZAUNPFAHL, EXTREME NOISE TERROR, OI POLLOI, FEINE SAHNE FISCHFILET, TIEFENRAUSCH, REDSKA, LOS FASTIDIOS, SHAM 69, WOLF DOWN, WHAT WE FEEL, SIBERIAN MEAT GRINDER, TOXOPLASMA, SKANNIBAL SCHMITT, SKAMPIDA, PURGEN und und und…

Nachts gibt es im Aftershowzelt Live-Punkrock-Karaoke – Eine Band begleitet dich, während du selbst bekannte Punk-Gassenhauer singst!

Vor den ersten Acts zum Start in den Tag gibt es in o.g. Aftershowzelt ein politisches Info- und Kinoprogramm.

Auf dem Veranstaltungsgelände gibt es neben den Food-Ständen außerdem noch Merch- und Infostände von diversen Projekten. – So könnt ihr euch über alles aktuelle informieren und es kann ein Austausch beginnen.

Wer seine Zahnbürste, Deo oder Sonstiges vergessen hat mitzunehmen kann bei „Onkel Emmas Kramladen“ vorbei gucken. Am gleichen Stand kann man auch über die Feldpost Postkarten verschicken.

Es ist also für alle etwas dabei! 🙂

 

WAS UNTERSCHEIDET UNS VON ANDEREN FESTIVALS?
Dass wir sowohl im Kollektiv, als auch in unseren Crews offen für alles sind und allen Interessent/innen die Chance geben, selbst ein Teil des Ganzen zu sein. Fast 500 ehrenamtliche Helfer aus allen Teilen Deutschlands (und teils darüber hinaus) wuppen Jahr für Jahr das Fest und bekommen kein Geld dafür. Das Ding kommt aus der Szene, ist für die Szene und wenn es gut läuft fließen am Ende Mehreinnahmen wieder zurück in die Szene. Ein symbiotischer Kreislauf.

Es gibt leider viele Veranstalter, die die Szene zwar melken, aber nicht füttern. Die von ihr nehmen, aber ihr nichts geben. Die von ihr profitieren, aber nicht in sie investieren. Die hässliche Business-Fratze unserer Genres … möchten wir auch gar nicht grundlegend verteufeln, nur sind das am Ende auch oft genau diejenigen, die aus kommerzieller Motivation heraus fragwürdige Combos in ihre Line-Ups buchen.

Finden wir scheiße! – uns mundet ein „Miteinander“ und „Füreinander“ ganz einfach besser. Und genau darin unterscheiden wir uns auch.

 

ALLES WAS DAS HERZ BEGEHRT: Merch-, Info- Getränke- und Fressstände (vegan und Fleisch) laden zum schnacken, trinken bzw. mampfen ein – seit 2016 gibt’s auch vormittags einen Frühstücksstand auf dem Zeltplatz:

 

RÜCKSICHT NEHMEN!
Um die Lärmbelästigung unseres Festivals für die Anwohner der Stadt zu mindern haben wir unsere Bühnen eingedreht, investieren viel Geld in streuungsreduzierende Boxensysteme und haben eigens für die nächtliche Aftershow ein lärmminderndes Zelt auf dem Platz.

In den letzten Jahren sind unsere Lärmmessenden bei Beschwerden oft persönlich bei Anwohnern vorbeigekommen und haben sich mit ihnen ausgetauscht. Im vergangenen Jahr konnten wir die Lärmstreuung soweit verringern, dass wir nahezu null Belästigungen erzeugten und sogar – man höre und staune – ein Lob seitens der Polizei erhielten. Das gab es so auch noch nie.

Wir freuen uns auch wie Bolle, wenn ein paar Kremmener Anwohner gegen eine Spende bei uns vorbei schauen, um mit uns gemeinsam ein schönes Wochenende zu verleben.

 

Nicht nur immer Party – im Aftershow Zelt gibt es vormittags Infoveranstaltungen mit Diskussionen und Filmvorführungen:

 

WAS WAR DAS BISHER VERRÜCKTESTE ERLEBNIS?
Als die schottische Band „OI POLLOI“ unser Resist Booking Team anrief und berichtete, dass unser Fahrer gerade die falsche Band am Flughafen eingesackt hat. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um die allseits bekannten schottische Band „REDNEX“ („Cotton Eye Joe“) handelte!

Weil unser Fahrer diese nicht kannte, setzte er sie mit den Worten „Da vorn ist ein Taxistand – GET OUT OF MY CAR!“ mitten im Nirgendwo ab.

Die Story ging nicht nur quer durch Europa, sondern hat es sogar in US-Radio-Interviews geschafft. 😀

 

WAS WAR DIE BISHER VERRÜCKTESTE FORDERUNG EINES KÜNSTLERS?
Kein Geld entgegen nehmen zu wollen, bevor mit dem Veranstalter nicht zwei Flaschen Schnaps getrunken werden. … Am Ende sind die eh alle sympathisch durchgeknallt.

 

Ihr wollt noch mehr wissen?! Dann schaut mal beim Interview mit dem Dude vorbei! 🙂